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Mitgliederjahresausstellung 2020 
 

»Wir könnten viel, wenn wir zusammenstünden«
(Friedrich Schiller, ›Wilhelm Tell‹)

Als der Böblinger Kunstverein im vergangenen Jahr das Thema seiner Mitgliederausstellung festlegte, ging es darum, den emeinschaftsstiftenden Vereins-Gedanken zu akzentuieren durch Arbeiten, die sich diesem Schiller-Zitat widmen – in Einzel- oder auch Gruppenarbeiten. Wie jeder unmittelbar zu spüren bekam, hat uns die Zeit eingeholt, die mit einem Virus alles aus den gewohnten Bahnen geworfen hat, was wir uns vor einem Vierteljahr noch nicht entfernt haben vorstellen können.

Im Halbjahresprogramm suchten wir das Miteinander: »In Zeiten egomanischer Umtriebe, ideologischer Ausgrenzungen und einer zunehmenden Vereinsamung ganzer Altersgruppen sollen Zeichen gesetzt werden. « Das hat noch immer seine Berechtigung, nahm doch die aggressive Hetze in den sozialen Medien zu, während die gesellschaftsübergreifende Kommunikation im analogen Leben stellenweise verarmte. Hier und da drohten die Werte abhanden zu kommen.

Durch das Corona-Virus bekam das Motto aber eine größere Dimension. Zurückgeworfen auf Kleinstgruppen, familiäre Zusammenkünfte und zweisame Begegnungen, drängt sich der Konjunktiv nach vorne. Kann, darf oder soll man gar zusammenstehen – um nicht zu sagen: aufstehen –, um gemeinsam etwas tun zu können.
Und wie kann man zusammenstehen, wenn eine Pandemie Einhalt gebietet, so dass die Persönlichkeitsrechte auf nahezu unerträgliche Weise eingeschränkt werden, die als neues Zauberwort den »Abstand« über alles stellt.

Die Arbeiten der Künstlermitglieder des Böblinger Kunstvereins machen in der aktuellen Ausstellung vor, wie es geht – ihre Arbeiten sind online zu sehen, aber auch unter den bekannten Einschränkungen und Hygienevorschriften vor Ort zu besuchen.

In vielfältigen Techniken und Bildsprachen finden sich »Glückliche Annäherungen«, »Begegnungen« und »Dialoge«, das Verlangen nach einem »Miteinander« / »Togetherness« und der Nachbarschaft oder nach dem Prinzip »Einer für alle – Alle für einen« oder einfach des »Wir«, Sehnsüchte nach Nähe, Auswegen und Ideen, Erinnerungen an Strände, urbane Strukturen, aber auch die Sorge um die Utopie eines Paradieses oder um die erzwungene oder gar gesuchte Isolation.
Darüber hinaus machen die Beiträge deutlich, dass ein echtes Miteinander nur in einer offenen, toleranten Gesellschaft, in einer erträglichen Umwelt und einem gesunden Klima möglich ist. Es sind die Menschen, die die Welt gestalten. Es sind wir.

Kunst verändert nicht die Welt – sie reagiert darauf. Zugleich macht sie bewusst, im besten Fall definiert sie unser Mensch-Sein, schafft Werte, auch geistige Zufluchtsräume. Auf dass wir gemeinsam streiten für eine Zukunft, die wir in der Hand haben.

 

Zusammen (!) mit der Mitgliederausstellung »Wir könnten viel, wenn wir zusammenstünden« findet eine Vorstellung der
Neumitglieder des Böblinger Kunstvereins ab 10.Mai 2020 in den Räumen des Kunstvereins statt.

Der Vorstand (Ausstellungsleiter Dr.Günter Baumann)